Dr Fox Experiment
Worum ging es beim Dr. Fox Experiment?
Das Dr. Fox Experiment war ein psychologisches Experiment, welches das Ziel hatte, herauszufinden wie die Erscheinung des Referenten und eine gute Präsentation seitens des Referenten auf die Zuhörer der Präsentation wirkte, vor allem da wenn die Zuhörer erfahrene Fachleute sind.
Welches war die Hypothese die dem Dr. Fox Experiment zugrunde lag?
Beim Dr. Fox Experiment ging man von der Hypothese aus, das ein eindrucksvoll aufgebauter und gehaltener Vortrag vor einer Gruppe von erfahrenen Fachleuten, diese begeistern können, obwohl der Inhalt des Vortrags, bei Lichte betrachtet, keinen Sinn ergibt.
Wie wurde das Dr. Fox Experiment umgesetzt?
Man wählte zur Durchführung des Dr. Fox Experiments einen professionellen Schauspieler und gab ihm einen Dr. Titel. Dieser Schauspieler wurde dann als Dr. Myron L. Fox vorgestellt. Um seine Autorität zu erhöhen, wurde er als Fachmann für den Bereich der Anwendung der Mathematik auf das menschliche Verhalten vorgestellt. Der Lebenslauf des Dr. Myron L. Fox war sehr eindrucksvoll und sprach für seine Fachkompetenz. Der Inhalt des Vortrags ergab überhaupt keinen Sinn.
Wie war der Titel des Vortrags von Dr. Fox?
Der Titel des Vortrags lautete: „Die Anwendung der mathematischen Spieltheorie in der Ausbildung von Ärzten.“
Wie verlief das Dr. Fox Experiment bei der ersten Gruppe?
Die erste Gruppe setzte sich aus 11 Psychiatern, Psychologen, Sozialpädagogen zusammen, die sich in einer Lehrerkonferenz befanden. Bei dieser Konferenz ging es um den Erfahrungsaustausch mit anderen Fachleuten im Bereich des Gesundheitssektors. Dr. Fox wurde in diese Gruppe als der „The Real McCoy“ eingeführt. Der Vortrag von Dr. Fox dauerte eine Stunde und wurde anschließend durch eine halbstündige Diskussion ergänzt. Am Ende der Veranstaltung wurden an alle 11 Fachleute ein Fragebogen ausgegeben, welchen diese anonym ausfüllten. Die Mehrheit gab ein gutes Feedback zu demVortrag von Dr. Fox.
Es waren Antworten, wie die folgenden dabei:
- Sehr gute Präsentation.
- In der Art und Weise ein sehr guter Vortrag.
- Flüssiger Vortrag.
Das Ergebnis der Fragebögen war wie folgt:
Gab es zu viel Offensichtliches?
50 % ja, 50 % nein.
War er von seiner Arbeit überzeugt?
100 % ja, 0 % nein.
Gab es genug Beispiel als Erklärung?
90 % ja, 10 % nein.
War die Präsentation strukturiert?
90 % ja, 10 % nein.
War der Vortrag anregend?
100 % ja, 0 % nein.
War der Vortrag interessant?
90 % ja, 10 % nein.
Kennen Sie Veröffentlichungen des Redners?
0 % ja, 100 % nein.
Wie verlief das Dr. Fox Experiment bei der zweiten Gruppe?
Die zweite Gruppe bestand aus 11 Psychiatern, Psychologen, Sozialarbeitern die alle im Gesundheitswesen tätig waren. Dieser Gruppe wurde ein Film vorgespielt, in welchem der Vortrag und die Diskussion von der ersten Gruppen gezeigt wurde. Nach der Filmvorführung bekamen die 11 Mitglieder der zweiten Gruppe den gleichen Fragebogen wie die Mitglieder der ersten Gruppe. Es gab mehr positive Reaktionen als negative Reaktionen.
Es waren Antworten, wie die folgenden dabei:
- Der Vortrag ging nicht weit genug.
- Es fehlte die Visualisierung.
- Zu viel gestikulieren.
Das Ergebnis der Fragebögen war wie folgt:
Gab es zu viel Offensichtliches?
0 % ja, 100 % nein.
War er von seiner Arbeit überzeugt?
91 % ja, 9 % nein.
Gab es genug Beispiele als Erklärung?
64 % ja, 36 % nein.
War die Präsentation strukturiert?
82 % ja, 18 % nein.
War der Vortrag anregend?
91 % ja, 9 % nein.
War der Vortrag interessant?
82 % ja, 18 % nein.
Kennen Sie Veröffentlichungen des Redners?
9 % ja, 91 % nein.
Wie verlief das Dr. Fox Experiment bei der dritten Gruppe?
Die dritte Gruppe bestand aus 33 Pädagogen, welche im Hauptfach Philosophie studierten. 21 dieser 33 Studenten waren im Master Studium, 8 im Bachelor Studium und bei 4 fehlt diese Information. Auch ihnen wurde der Videofilm des Dr. Fox Experiments vorgespielt und auch diese Gruppe erhielt den gleichen Fragebogen wie Gruppe 1 und 2. Die Anzahl der positiven Reaktionen war signifikant höher, als die Anzahl der negativen Reaktionen.
Es waren Antworten, wie die folgenden dabei:
- Lebendiger Vortrag.
- Entspannter Vortrag und Präsentation.
- Mehr Hintergrundinformation wäre hilfreich.
- Gute Analyse des Themas.
- Etwas chaotischer Vortrag.
- Langweilig und frustrierend.
Das Ergebnis der Fragebögen war wie folgt:
Gab es zu viel Offensichtliches?
28 % ja, 72 % nein.
War er von seiner Arbeit überzeugt?
97 % ja, 3 % nein.
Gab es genug Beispiel als Erklärung?
91 % ja, 9 % nein.
War die Präsentation strukturiert?
70 % ja, 30 % nein.
War der Vortrag anregend?
87 % ja, 13 % nein.
War der Vortrag interessant?
81 % ja, 19 % nein.
Kennen Sie Veröffentlichungen des Redners?
0 % ja, 100 % nein.
Was war das Ergebnis des Dr. Fox Experiments?
Weder der ersten Gruppe, noch der zweiten Gruppe, noch der dritten Gruppe fiel auf, dass der Inhalt des Vortrags von Dr. Fox keinen Sinn ergab. Das bestätigt eine Annahme der Rhetorik, dass der Inhalt einer Botschaft nur geringen Einfluss auf das gewollte Ergebnis hat.
In der Rhetorik trifft man die Annahme, dass
- das Visuelle zu 50 %,
- das Auditive zu 40 % und
- der Inhalt zu 10 %
zum Erfolg einer Botschaft beiträgt.
März 23rd, 2010 at 1:55 pm
Jetzt erklärt es sich auch warum es soviele falsche ärzte gibt und warum die damit auch durchkommen.
März 24th, 2010 at 5:46 pm
1.Alles in allem interessanter Beitrag, bei der Darstellung des Experiments wird dem Leser jedoch nicht erklärt, inwiefern der Inhalt des Vortrags keinen Sinn ergab; war es ganz offensichtlicher kompletter Unfug, oder entpuppt sich der Vortrag erst beim nochmaligen Lesen als Unsinn? 2. Nach dem Sinn des Vortrags wurde in dem Fragebogen, der an die Zuhörer verteilt wurde, ja auch gar nicht gefragt, nur ob die “Präsentation gut” war, ob der Referent den “Eindruck hinterliess”, von seinen “Thesen überzeugt” zu sein, ob es “interessant” war, etc.
Das Wort “interessant” ist übrigens oftmals eine höfliche Umschreibung für Aussagen, denen man nicht zustimmen kann. 3. Ich halte es für gut möglich, dass viele Zuhörer einfach deswegen ein positives Feedback gaben, weil sie höflich und freundlich sein wollten.
4. Das menschliche Gehirn ist im Laufe der Evolution darauf ausgerichtet worden, als Primärreaktion in ein Chaos bzw. in einen Unsinn einen Sinn hineinzu- konstruieren.
Es gibt (unfaire) Manipulationstechniken, die sich diese Eigenschaft des Gehirns zunutze machen. In einer strittigen Auseinandersetzung gibt man seinem Kontrahenten zum Beispiel ein Sprichwort als Entgegnung, das mit dem der Auseinandersetzung zugrunde liegenden Sachverhalt nicht das Geringste zu tun hat – etwa: “der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er zerbricht”) –
Automatisch versucht jetzt der Gegner den Zusammenhang
zum Streitgegenstand herzustellen, gerät für einen Moment ausser Tritt, wodurch man Zeit gewinnt und für Gegenargumente ausholen kann.
März 25th, 2010 at 5:37 pm
Mich würde der Inhalt des Vortrages auch interessieren bzw. inwiefern das Ganze nur “Schwachsinn” war
Vermutlich würd ich mich davon aber auch täuschen lassen.
März 25th, 2010 at 5:40 pm
ich habe ihn leider nicht im original gefunden, allerdings zeigen mir die beobachtungen in meiner firma, dass das wirklich vorstellbar ist.