Kleine Welt Phaenomen

In der heutigen Zeit spricht man immer mehr von Vereinsamung und anonymen Leben. In Wirklichkeit ist es allerdings so, dass man doch eigentlich jeden Menschen über verschiedene Ecken kennt. In den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts führte Stanley Milgram ein Experiment durch, welche die Redensart: „Jeder kennt jeden und wenn es sein muss, über verschiedene Ecken.“


Was versteht man unter dem Begriff “Kleine Welt Phänomen“?

Das Kleine Welt Phänomen ist ein Begriff aus der Sozialpsychologie. Das Kleine Welt Phänomen beschreibt, dass die soziale Vernetzung in der modernen Gesellschaft durch abgekürzte Wege infolge persönlicher Beziehungen stark ist. Es geht von der Hypothese aus, dass jeder Mensch auf der Welt mit anderen Menschen auf der Welt durch eine kurze Kette von Bekanntschaften verbunden ist.

Wer prägte den Begriff Kleine Welt Phänomen?

Der sozialpsychologische Begriff Kleine Welt Phänomen wurde im Jahre 1967 durch Stanley Milgram geprägt.

Wie verlief das erste Kleine Welt Experiment?

Das erste kleine Welt Experiment wurde von Stanley Milgram entworfen. Es wurde an der Harvard University im Jahre 1967 durchgeführt. 60 Versuchsteilnehmer, die zufällig ausgewählt wurden, erhielten ein Paket mit Informationen, welches an eine bestimmte Person in Boston gesendet werden sollte. Die Informationen sollte nicht an die Person in Boston direkt gesendet werden sondern an eine Person die sie persönlich kannten und bei welcher die Chance höher läge, dass diese Person die Person in Boston kannte. Die 60 Personen wurden in den Städten Wichita und Omaha ausgesucht. Die Städte Wichita und Omaha waren geografisch weit von Boston entfernt. Wichita liegt von Boston 1.616 Meilen entfernt und Omaha liegt von Boston 1.440 Meilen entfernt. Um die Kette der Kontakte zu verfolgen, wurden die Teilnehmer gebeten, die Daten über sich mit einer Postkarte an die Wissenschaftler zu senden. Die Wissenschaftler hatten somit immer genaue Kenntnisse über den Verlauf des Experiments.

Wie war das Ergebnis des ersten Kleine Welt Experiments?

3 Pakete erreichten die Zielperson mit einer Kontakthäufigkeit von ungefähr 6. Daraus kann man den Schluss ziehen, was damals auch getan wurde, dass in den Vereinigten Staaten von Amerika, jede Person mit einer anderen Person durch ca. 6 Personen erreicht werden kann.

Wie war das Ergebnis des zweiten Kleine Welt Experiments?

Im Jahre 1969 wurde ein weiteres Kleine Welt Experiment durchgeführt. In diesem Experiment wurden 217 Pakete mit Informationen losgeschickt, wovon 64 Pakete ihr Ziel erreichten.

Lässt sich das Kleine Welt Phänomen auf Netzwerke anwenden?

Seit Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts gibt es die mathematische Netzwerkforschung. Damit wurde belegt, dass man das Kleine Welt Phänomen auch auf Netzwerke übertragen kann. Das Prinzip ist, dass einzelne Personen einen Knoten bilden, die mehrere Bekanntschaften haben. Eric Horvitz und Jure Leskovec sind zwei Wissenschaftler, die für das amerikanische Computer Unternehmen Microsoft arbeiten. Die beiden Wissenschaftler untersuchten im Jahre 2008 das Computer Netzwerk Instant Messenger (180 Millionen Knoten mit 9,1 Milliarden Kanten). Aufgrund dieser wissenschaftlichen Arbeit konnte die These des Kleinen Welt Phänomens empirisch belegt werden.

Welche Phänomene kann man in Kleinen Welt Netwerken beobachten?

Transitivitätsprinzip des Kleine Welt Phänomens:
Es ist wahrscheinlich, dass 2 Knoten, die eine Kante zu einem dritten Knoten haben, untereinander verbunden sind. Bei sozialen Netzwerken heißt das, dass wenn eine Person zwei Freunde hat, diese sich auch untereinander kennen, weil sie eben einen gemeinsamen Freund haben. Wenn die Knoten allerdings eine große Anzahl von Kontakten haben, im Sinne von zahlreichen Freunde haben, trifft dies weniger zu.

Kleiner Durchmesser des Kleine Welt Phänomens:
Der Durchmesser dieser Netzwerke ist relativ klein. Das hat zur Folge, dass eine Information, die ein Knoten über die Kante an seinen Nachbarknoten weiterreicht, relativ schnell alle Knoten des Netzwerks erreicht.

This entry was posted on Donnerstag, April 8th, 2010 at 2:44 pm and is filed under Psychologie. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

4 Responses to “Kleine Welt Phaenomen”

  1. CrisisMaven Says:

    Die welt ist klein (drum hab’ ich sie klein geschrieben), von Bluthilde zu hier nur ein kleiner Knoten oder Kante …

  2. Silke Geroldinger Says:

    Ich finde es immer wieder interessant, wenn man fremde Menschen kennt und tatsächlich gemeinsame Bekannte etc. findet. Selbes zeigt sich auch in den Social networks. Xing legt auch dar, über wieviele ecken man neue Xing-Bekanntschaften eigentlich kennt.

    Jaja, die Welt ist klein…

  3. Xing Teil III: Akteursmodell « Soziale Netzwerke Says:

    [...] „wie viele Ecken“ – also andere Mitglieder- er einen anderen kennt. Dabei wird das sogenannte Kleine-Welt-Phänomen sichtbar. Desweiteren ergibt sich der persönliche Nutzen eines XING-Mitgliedes aus der Gelegenheit [...]

  4. Jerald Valiton Says:

    Good post! GA can be my biggest earning. Even so, it is not a a lot.

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